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15.04.2019

Azubi Cup 2019: Herausforderungen am Montagebrett

Innung für elektro- und informationstechnische Handwerke bietet praxisnahe Vorbereitung.

Offenbach – Der Azubi-Cup der Innung für elektro- und informationstechnische Handwerke bot gestern in Offenbach 14 Teilnehmern die Möglichkeit, sich praxisnah auf die Zwischenprüfung vorzubereiten. Dienstagmittag im Werkstattgebäude der berufsbildenden August-Bebel-Schule (ABS), Wolfgang Balzer schaut auf die Uhr. „Noch eine halbe Stunde, meine Herren!“, drückt der stellvertretende Prüfungsausschussvorsitzende der Innung für elektro- und informationstechnische Handwerke in Stadt und Kreis Offenbach „auf die Tube“.

 

Daraufhin geht es an den 14 Arbeitstischen sehr konzentriert zu.

Schon wenige Minuten später signalisieren Roman Dratwa aus Obertshausen, der beim Rodgauer Elektroninstallationsbetrieb ESC-Tec lernt, und der bei Innungsobermeister Berthold Schüßler in die Lehre gehende Maximilian Deichelbohrer-Hellmann aus Dudenhofen, dass sie die gestellte Aufgabe erfüllt haben. Beide sind im zweiten Lehrjahr und bereiten sich mit ihrer Teilnahme am inzwischen vierten Azubi-Cup auf die in einigen Wochen anstehende Zwischenprüfung vor.

13 Betriebe haben ihren angehenden Berufsnachwuchs für einen Tag nach Offenbach geschickt, um in der ABSWerkstatt den Ausbildungsstand überprüfen zu lassen.

 

Den Azubi-Cup unterstützen die Wirtschaftsjunioren und die Volksbank Maingau. Vom Verlauf dieses Leistungsvergleichs überzeugt sich zudem der Leiter der ABS des Kreises Offenbach, Oberstudiendirektor Raimund Kirschner, denn auch die ABS hat im Dualen System Anteil an der Qualifikation des Berufsnachwuchses.

Der 19-jährige Kevin Pelka aus Bürgel und Lasse Diller aus Obertshausen lernen gemeinsam bei Elektro Duo Installations- und Antennenbau in Offenbach und wurden von ihrem Arbeitgeber für den Wettbewerb freigestellt. Aus den übrigen beteiligten Innungsbetrieben nimmt jeweils ein Lehrling am Azubi-Cup teil. Diller ist der jüngste, Dratwa mit 34 der älteste, allerdings ist er bereits gelernter Tischler. „Der Job war mir nicht herausfordernd genug“, begründet er seine Entscheidung, sich nun ein zweites berufliches Standbein schaffen zu wollen.

 

Das elektro- und informationstechnische Handwerk in der Region bekommt seit einiger Zeit wieder verstärkten Zulauf. „Im Kammerbezirk wurden voriges Jahr etwa 3,5 Prozent mehr Lehrverträge abgeschlossen“, berichtet Uwe Czupalla, Geschäftsführer der Kreishandwerkerschaft. „In unserem Zuständigkeitsbereich haben wir sogar ein überdurchschnittliches Plus von neun Prozent verzeichnen können.“ In der Sanitärtechnik seien die Zahlen ähnlich hoch. „Allerdings registrieren wir einen nur mäßigen Qualitätsanstieg.“ Zwar seien viele Auszubildende talentiert und zeigten das in der Praxis, bei etlichen gebe es aber Defizite in Mathematik und Formelwissen.

 

Das ist an diesem Tag freilich nicht so sehr gefragt. Die 14 jungen Männer sollen vielmehr an einem Montagebrett eine Elektroinstallation anlegen, auf dem der Leitungsschutzschalter inmitten mehrerer Kabelverbindungen ebenso seinen vorgeschriebenen Platz bekommt wie eine funktionierende Ovalleuchte und zwei Abzweigdosen.

 

„Drei Stunden stehen dafür zur Verfügung“, erläutert Czupalla. Wie sich bald zeigt, schafft etwa nur die Hälfte der Lehrlinge die Aufgabe innerhalb des vorgegebenen Zeitrahmens. Auch bei weiteren Montagebrettern bleiben am Ende manche Kabel lose oder der Stromstoßschalter im Kleingehäuse ist nicht fertig montiert. „Der eine oder andere muss also noch an seinem Zeitmanagement arbeiten“, rät Czupalla. „Selbst wenn es äußerlich ausschaut, als wäre alles in Ordnung, heißt das nicht, dass die Installation wirklich funktioniert“, warnt Wolfgang Balzer. Dies zu überprüfen ist seine und die Aufgabe von Czupalla, denen Uwe Krüger und Oliver Schneider assistieren. Das Quartett nimmt jedes Montagebrett penibel in Augenschein. Bewertet wird nach einem Punktekatalog. Am Ende teilen sich Roman Dratwa und Maximilian Deichelbohrer-Hellmann mit der Höchstpunktzahl 72 den Sieg. Dritter wird Simon Buttler (Rud. Otto Mayer Technik, Neu-Isenburg).

 

Quelle: Harald H. Richter, Offenbach-Post, Pressehaus Bintz-Verlag GmbH & Co. KG, Waldstraße 226, D-63071 Offenbach am Main

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